đ„ Was bedeutet âHeizlastâ?
Die Heizlast ist die WĂ€rmeleistung, die an einem normativ kalten Wintertag erforderlich ist,
um alle RĂ€ume auf die gewĂŒnschten Innentemperaturen zu bringen und zu halten.
Sie bildet die Grundlage fĂŒr:
- die Dimensionierung des WĂ€rmeerzeugers (z.âŻB. WĂ€rmepumpe, Gas-Brennwert, Biomasse)
- die Auslegung von Heizkörpern, FlÀchenheizungen und Pufferspeichern
- die Energieeffizienz und niedrige Betriebskosten
- störungsarmen, taktfreien Betrieb und lange Lebensdauer der Anlage
đ Normgerechte Ermittlung
Die Berechnung erfolgt nach DIN EN 12831 (Heizungsanlagen in GebĂ€uden â Verfahren zur Bestimmung
der Norm-Heizlast). BerĂŒcksichtigt werden u.âŻa.:
- AuĂendesign-Temperatur der Klimaregion (NormauĂentemperatur)
- Raumsolltemperaturen und GebĂ€udenutzung (Wohnen, BĂŒro, Gewerbe)
- TransmissionswĂ€rmeverluste ĂŒber AuĂenbauteile (Dach, Wand, Fenster, Boden)
- LĂŒftungswĂ€rmeverluste (Infiltration oder kontrollierte LĂŒftung)
- Geometrie: HĂŒllflĂ€che, FlĂ€chen/Volumen-VerhĂ€ltnis, WĂ€rmebrĂŒckenzuschlĂ€ge
Sanierungen (Fenster, DĂ€mmung) und geĂ€nderte Nutzungen machen die alte Anlagenleistung oft deutlich zu groĂ.
đ GebĂ€udezustand â der zweite SchlĂŒssel zur richtigen GröĂe
â #
Die Heizlast hĂ€ngt stark vom energetischen Zustand des GebĂ€udes ab. Vor der Systemwahl daher den Bestand prĂŒfen:
𧱠2.1 WÀrmedÀmmung
- Dach / oberste Geschossdecke: Ist eine DÀmmung vorhanden? Zustand, Dicke, QualitÀt?
- Fassade: WÀrmedÀmmverbundsystem oder zweischaliges Mauerwerk? Baujahr, Sanierungsstand?
- Kellerdecke / Bodenplatte: DĂ€mmstandard und WĂ€rmebrĂŒckenrisiken
- Fenster & TĂŒren: Verglasung (einfach/zweifach/dreifach), U-Werte, Dichtungen
đŹïž 2.2 Luftdichtheit & LĂŒftung
- Infiltration: Zugerscheinungen, Undichtigkeiten an AnschlĂŒssen
- LĂŒftungssystem: FensterlĂŒftung, Abluft, zentrale/dezentrale KWL mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung
- Feuchteschutz: Schimmelrisiken, Luftfeuchteentwicklung in NassrÀumen
đĄïž 2.3 WĂ€rmeverteilung (HeizflĂ€chen)
- Heizkörper: Bauart, GröĂe, Leistung bei 55/45/20âŻÂ°C oder 70/55/20âŻÂ°C?
- FlĂ€chenheizung: FuĂboden-/Wandheizung, Verlegeabstand, Estrichtyp, Vorlauftemperaturen
- Hydraulik: Hydraulischer Abgleich vorhanden? Strangregulierventile, voreinstellbare Thermostatventile
đ§Ż 2.4 Bestand der Heizungsanlage
- Rohrleitungen: DĂ€mmung, Durchmesser, Materialzustand
- Peripherie: AusdehnungsgefĂ€Ă, Sicherheitsarmaturen, Pumpen (Hocheffizienz?)
- Regelung: Heizkurve, Nachtabsenkung, RaumfĂŒhrung, Einzelraumregelung
PrĂŒfen Sie, ob HeizflĂ€chen fĂŒr 35â45âŻÂ°C ausgelegt werden können.
Gegebenenfalls sind gröĂere Heizkörper oder FlĂ€chenheizung sinnvoll.
â
Warum eine grĂŒndliche Bedarfsanalyse so wichtig ist
â #
- Geringere Investition: Keine Ăberdimensionierung â kleinerer, gĂŒnstigerer WĂ€rmeerzeuger
- Niedrige Betriebskosten: Anlage arbeitet im optimalen Wirkungsgradbereich
- Mehr Komfort: GleichmĂ€Ăige Temperaturen, weniger Takten, leiser Betrieb
- LĂ€ngere Lebensdauer: Weniger Starts, weniger VerschleiĂ
- Zukunftssicher: Besser kompatibel mit erneuerbaren Energien und Förderprogrammen
đ§ So lĂ€uft eine professionelle Bedarfsanalyse ab
â #
- GebĂ€udebegehung: SichtprĂŒfung von HĂŒlle, Fenstern, HeizflĂ€chen, Rohrleitungen
- Datenerfassung: Baujahr, Sanierungsstand, FlÀchen/Volumen, PlÀne, Nutzung
- Heizlastberechnung: Raumweise nach DIN EN 12831 inkl. LĂŒftungsanteile
- Konzept: Passende Heiztechnik, Systemtemperaturen, Verteilnetz, Regelung
- Wirtschaftlichkeit & Förderung: Invest vs. Betrieb, FörderfĂ€higkeit, COâ-Effekt
đ§Ș Praxisbeispiel: Einfluss von Sanierung auf die Heizlast
â #
| GebÀudestatus | Typische Heizlast (EFH) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Unsaniert, Bj. ~1970â1980 | â 14â18 kW | Hohe Transmissions- und LĂŒftungsverluste |
| Teilsaniert (Fenster + Dach/Keller) | â 6â8 kW | Vorbereitung fĂŒr Niedertemperaturbetrieb |
| Hochwertig saniert / Effizienzhaus | â 4â5 kW | Sehr gute DĂ€mmung, geringe Vorlauftemperaturen möglich |
können die notwendige Heizleistung deutlich reduzieren â und so die Auswahl effizienterer Systeme ermöglichen.
đïž Quick-Check: Unterlagen & Daten fĂŒr die Heizlastberechnung
â #
- Grundrisse, Wohn-/NutzflÀchen, Raumhöhen
- Bauteilaufbauten (Dach, Wand, Boden) und Sanierungsjahre
- Fenstertypen, Verglasung, U-Werte (falls bekannt)
- LĂŒftungskonzept (FensterlĂŒftung/KWL, Luftvolumenströme)
- HeizflĂ€chen (Typ, GröĂe, Vorlauftemperatur), hydraulischer Abgleich
- Region/Klimadaten (Standort des GebÀudes)
- GewĂŒnschte Raumtemperaturen (z.âŻB. 20â22âŻÂ°C Wohnen, 24âŻÂ°C Bad)
đ Heizungsbauer in der NĂ€he finden
â #
Sie möchten Ihre Heizlast professionell berechnen lassen oder eine neue Heizungsanlage planen?
Hier finden Sie den passenden Heizungsbauer in der NĂ€he.
Tipp: Ăber den Link finden Sie Heizungsinstallateure vor Ort, die
DIN EN 12831 Heizlastberechnungen erstellen und Sie zu WĂ€rmepumpen,
Gas-Brennwert oder Biomasse-Heizungen beraten.
â HĂ€ufige Fragen (FAQ) zur Bedarfsanalyse
â #
1) Was ist die Heizlast und warum ist sie so wichtig?
Die Heizlast ist die erforderliche WĂ€rmeleistung, um ein GebĂ€ude bei normativ kalter AuĂentemperatur auf den gewĂŒnschten
Innentemperaturen zu halten. Sie entscheidet ĂŒber die richtige AnlagengröĂe, die Effizienz, den Komfort und die Betriebskosten.
Eine falsche (zu groĂe oder zu kleine) Dimensionierung fĂŒhrt zu Taktproblemen, höheren Kosten und KomforteinbuĂen.
2) Wie wird die Heizlast korrekt berechnet?
Die normgerechte Berechnung erfolgt raumweise nach DIN EN 12831. BerĂŒcksichtigt werden Transmissions- und
LĂŒftungswĂ€rmeverluste, GebĂ€udegeometrie, Nutzungsprofile sowie die Klimadaten des Standorts. Eine SchĂ€tzung
nach alter Kesselleistung ist nicht zuverlÀssig.
3) Reicht der Energieausweis fĂŒr die Heizungsdimensionierung aus?
Nein. Ein Energieausweis liefert Kennwerte auf GebÀudeebene, ersetzt aber keine detaillierte raumweise Heizlastberechnung.
FĂŒr die korrekte Auslegung von WĂ€rmeerzeuger und HeizflĂ€chen ist die DIN-EN-12831-Berechnung erforderlich.
4) Wie beeinflussen DĂ€mmung und Fenster die Heizlast?
Verbesserungen an der GebĂ€udehĂŒlle (Dach-/FassadendĂ€mmung, neue Fenster, KellerdeckendĂ€mmung) reduzieren die
Transmissionsverluste deutlich und damit die nötige Heizleistung. Oft sind dadurch kleinere, effizientere Anlagen
und niedrigere Vorlauftemperaturen möglich â ideal fĂŒr WĂ€rmepumpen.
5) Welche Vorlauftemperaturen sind fĂŒr WĂ€rmepumpen sinnvoll?
Je niedriger, desto besser. Zielbereiche von ca. 35â45âŻÂ°C im Auslegungspunkt sind optimal. Das erfordert ausreichend
groĂe HeizflĂ€chen (FuĂbodenheizung oder gröĂere Niedertemperaturheizkörper) und einen sauberen hydraulischen Abgleich.
6) Was bringt der hydraulische Abgleich konkret?
Er sorgt fĂŒr gleichmĂ€Ăige WĂ€rmeverteilung, reduziert Pumpenstrom, senkt Vorlauftemperaturen und verhindert StrömungsgerĂ€usche.
FĂŒr WĂ€rmepumpen ist er essenziell, um Effizienz und Komfort zu sichern.
7) Muss ich vor einer WÀrmepumpe immer Heizkörper tauschen?
Nicht zwingend. Oft reichen gröĂere Heizkörper oder der Tausch einzelner RĂ€ume. Ein Abgleich und eine
Absenkung der Systemtemperaturen zeigen, ob bestehende HeizflÀchen ausreichen.
8) Wer erstellt eine professionelle Heizlastberechnung?
Energieberater (z.âŻB. nach DIN/BAFA) und qualifizierte SHK-Fachbetriebe.
Passende Ansprechpartner finden Sie hier:
Heizungsbauer in der NĂ€he.