Es ist ein Dienstagabend im März, und Familie Brandt sitzt am Küchentisch über ihrer Stromabrechnung. Die Nachzahlung fällt höher aus als im Vorjahr, obwohl sich am Verbrauch kaum etwas geändert hat. Herr Brandt tippt auf seinem Taschenrechner herum, seine Frau blättert durch Prospekte von drei verschiedenen Solarfirmen, die sich in den letzten Wochen im Briefkasten gestapelt haben. Die Frage, die beide umtreibt, ist simple und zugleich kompliziert: Lohnt sich für uns eine Photovoltaikanlage, oder ist das nur ein teures Versprechen mit ungewisser Zukunft? Diese Szene wiederholt sich derzeit in unzähligen deutschen Wohnzimmern, denn steigende Energiepreise und der Wunsch nach Unabhängigkeit treiben viele Hausbesitzer dazu, über eine eigene Stromerzeugung nachzudenken. Eine pauschale Antwort gibt es dabei nicht, wohl aber einige klare Kriterien, an denen Sie sich orientieren können.
Der wichtigste Faktor ist Ihr eigener Stromverbrauch und wann dieser stattfindet. Eine Photovoltaikanlage erzeugt naturgemäß tagsüber Energie, während viele Haushalte ihren Strom vor allem morgens und abends benötigen. Wer also berufstätig ist und das Haus zwischen acht und siebzehn Uhr verlässt, nutzt einen kleineren Teil des selbst erzeugten Stroms direkt, als jemand, der im Homeoffice arbeitet oder tagsüber die Waschmaschine, den Geschirrspüler und die Wärmepumpe laufen lässt. Genau dieser sogenannte Eigenverbrauchsanteil entscheidet maßgeblich über die Wirtschaftlichkeit, denn selbst genutzter Solarstrom spart Ihnen den Bezugspreis vom Energieversorger, während eingespeister Überschussstrom nur zur deutlich niedrigeren Einspeisevergütung abgerechnet wird. Wer also seinen Verbrauch bewusst in die Mittagsstunden verlagert, etwa durch Zeitschaltuhren oder intelligente Steuerungen, verbessert die Rechnung erheblich, ganz ohne zusätzliche Investition.
Ein zweiter entscheidender Punkt ist die Beschaffenheit Ihres Daches. Nicht jede Dachfläche eignet sich gleichermaßen für Solarmodule. Ideal sind Ausrichtungen nach Süden mit einer Neigung zwischen 30 und 35 Grad, doch auch Ost-West-Dächer liefern inzwischen respektable Erträge, wenn die Anlage entsprechend dimensioniert wird, da sie den Strom über den Tag verteilter erzeugen und somit besser zum typischen Verbrauchsmuster eines Haushalts passen. Verschattung durch Bäume, Nachbargebäude oder Schornsteine kann den Ertrag hingegen empfindlich schmälern, selbst wenn nur ein kleiner Teil der Fläche betroffen ist, da moderne Module in Reihen verschaltet sind und ein verschattetes Modul die Leistung der gesamten Reihe beeinträchtigen kann. Bevor Sie sich also für eine Anlage entscheiden, lohnt sich eine ehrliche Einschätzung der eigenen Dachsituation, im Zweifel unterstützt durch eine professionelle Ertragsberechnung, die anhand von Satellitendaten und Verschattungsanalysen recht präzise Prognosen liefert.
Auch die Größe der Anlage will gut überlegt sein. Viele Interessenten neigen dazu, entweder zu klein oder unnötig groß zu planen. Eine zu klein dimensionierte Anlage deckt in sonnenreichen Monaten kaum den Bedarf und lässt Potenzial ungenutzt, während eine überdimensionierte Anlage große Mengen Überschussstrom produziert, der zu vergleichsweise niedrigen Sätzen ins Netz eingespeist wird und die Amortisationszeit verlängert. Als Faustregel gilt, dass die Anlage in etwa auf den Jahresstromverbrauch des Haushalts abgestimmt sein sollte, wobei Zukunftspläne wie die Anschaffung eines Elektroautos oder einer Wärmepumpe von Anfang an mitgedacht werden sollten, da eine spätere Erweiterung oft aufwendiger und teurer ist als eine von vornherein großzügigere Planung. Hier zeigt sich auch, warum ein Batteriespeicher für viele Haushalte sinnvoll sein kann, denn er speichert den mittags erzeugten Überschuss und stellt ihn abends zur Verfügung, wodurch sich der Eigenverbrauchsanteil oft von rund 30 Prozent ohne Speicher auf 60 bis 70 Prozent mit Speicher steigern lässt. Allerdings verlängert die zusätzliche Investition in einen Speicher auch die Amortisationszeit, weshalb Sie genau abwägen sollten, ob sich diese Ausgabe in Ihrem konkreten Fall rechnet oder ob ein Nachrüsten zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Preise für Speichertechnik weiter gefallen sind, die klügere Option darstellt.
In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: Photovoltaikanlage Kosten im Überblick.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass sich Photovoltaikanlagen heute unter realistischen Bedingungen meist innerhalb von acht bis zwölf Jahren amortisieren, während die Module selbst eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren aufweisen und auch danach noch, wenn auch mit leicht reduzierter Leistung, Strom liefern. Diese lange Nutzungsdauer bei vergleichsweise kurzer Amortisationszeit macht die Investition für die meisten Eigenheimbesitzer langfristig attraktiv, vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen. Entscheidend ist dabei auch die Entwicklung der Strompreise, die in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen sind und laut vielen Prognosen mittelfristig nicht wieder auf das alte Niveau zurückfallen dürften. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst erzeugen und verbrauchen, schützt Sie also zu einem gewissen Grad vor künftigen Preissteigerungen, ein Effekt, der in klassischen Wirtschaftlichkeitsrechnungen oft unterschätzt wird, weil er auf Annahmen über die Zukunft beruht, die sich naturgemäß nicht mit letzter Sicherheit vorhersagen lassen.
Nicht zu vernachlässigen sind schließlich die individuellen Rahmenbedingungen, die über eine reine Renditebetrachtung hinausgehen. Wer sein Haus in den kommenden Jahren verkaufen möchte, sollte bedenken, dass eine Photovoltaikanlage den Immobilienwert steigern und die Vermarktung erleichtern kann, da energetische Ausstattung für Käufer zunehmend an Bedeutung gewinnt. Wer hingegen zur Miete wohnt oder eine Eigentumswohnung besitzt, für den kommt eine klassische Dachanlage ohnehin nicht infrage, hier können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen sogenannte Balkonkraftwerke eine kleine, aber sinnvolle Alternative darstellen. Auch regionale Förderprogramme, die sich von Bundesland zu Bundesland und teils sogar von Kommune zu Kommune unterscheiden, können die Wirtschaftlichkeit spürbar verbessern und sollten vor einer Entscheidung genau geprüft werden.
Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: Photovoltaikanlage häufige Fehler vermeiden.
Familie Brandt hat sich nach mehreren Wochen des Abwägens schließlich für eine mittelgroße Anlage mit kleinem Speicher entschieden, abgestimmt auf ihren tatsächlichen Verbrauch und die Südausrichtung ihres Daches. Ihre Geschichte zeigt, dass sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage nicht mit einer einzigen Zahl beantworten lässt, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen, auf die eigene Lebenssituation zugeschnittenen Betrachtung ist, die sich am Ende für die allermeisten Haushalte in Deutschland dennoch positiv auszahlt.
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PhotovoltaikAHS Solar GmbH & Co. KG
Bornwiesenweg 4, 63599 Biebergemünd
Photovoltaik in Biebergemünd.
PhotovoltaikHäufig gestellte Fragen
Wie berechne ich die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage?
Die Wirtschaftlichkeit hängt von Ihrem Stromverbrauch, der Dachbeschaffenheit und den aktuellen Strompreisen ab. Eine detaillierte Ertragsberechnung kann Ihnen helfen.
Was sind die Vorteile einer Photovoltaikanlage?
Photovoltaikanlagen senken Ihre Stromkosten, erhöhen die Unabhängigkeit von Energieversorgern und können den Wert Ihrer Immobilie steigern.
Wie lange dauert es, bis sich eine Photovoltaikanlage amortisiert?
In der Regel amortisieren sich Photovoltaikanlagen innerhalb von acht bis zwölf Jahren, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Verbrauch und Größe der Anlage.
Welche Förderungen gibt es für Photovoltaikanlagen?
Es gibt regionale Förderprogramme, die je nach Bundesland und Kommune variieren. Informieren Sie sich vor der Installation über mögliche Zuschüsse.
Sind Balkonkraftwerke eine gute Alternative?
Ja, Balkonkraftwerke können eine sinnvolle Lösung für Mieter oder Eigentümer ohne Dachfläche sein, um eigenen Solarstrom zu erzeugen.


