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Haus verkaufen mit Makler: Der Weg vom Gutachten bis zum Notar

Haus verkaufen mit Makler

Es ist ein grauer Novembermorgen, als Frau Ellerbrock vor dem Haus ihrer verstorbenen Eltern steht. Der Schlüssel liegt schwer in ihrer Hand, das Gartentor quietscht wie eh und je, doch die Entscheidung ist längst gefallen: Das Haus soll verkauft werden. Was ihr fehlt, ist nicht der Mut, sondern das Wissen. Was ist die Immobilie überhaupt wert? Wer kümmert sich um Besichtigungen, wer prüft die Bonität der Interessenten, und was passiert eigentlich beim Notar? Genau an diesem Punkt beginnt für viele Eigentümer die Zusammenarbeit mit einem Makler – und genau dieser Ablauf, vom ersten Gespräch bis zur Unterschrift, soll hier Schritt für Schritt nachvollziehbar werden.

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Der erste Termin, den Frau Ellerbrock mit einem Immobilienmakler vereinbart, dreht sich meist um eine einzige Frage: Was ist das Haus wert? Diese Wertermittlung ist kein Bauchgefühl, sondern basiert auf nachvollziehbaren Kriterien wie Lage, Baujahr, Zustand, Ausstattung und aktuellen Vergleichspreisen in der Umgebung. Seriöse Makler nehmen sich für diesen Besuch Zeit, gehen durch alle Räume, notieren Auffälligkeiten wie Feuchtigkeitsschäden oder eine sanierungsbedürftige Heizung und werfen einen Blick in den Energieausweis, sofern dieser bereits vorliegt. Manchmal reicht diese Einschätzung aus, um einen realistischen Angebotspreis festzulegen. In anderen Fällen, insbesondere bei Erbschaften mit mehreren Beteiligten oder bei besonders werthaltigen Objekten, empfiehlt sich ein zusätzliches Verkehrswertgutachten durch einen unabhängigen Sachverständigen. Dieses Gutachten hat einen anderen Charakter als die Markteinschätzung des Maklers: Es ist gerichtsfest, detailliert und dient häufig auch steuerlichen Zwecken, etwa gegenüber dem Finanzamt bei der Erbschaftsteuer. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte einplanen, dass ein solches Gutachten mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann, da der Gutachter Bauunterlagen prüft, Vergleichsobjekte recherchiert und am Ende ein mehrseitiges Dokument erstellt.

Ist der Wert einmal bestimmt, beginnt die eigentliche Vorbereitung des Verkaufs, und hier zeigt sich, wie viel Arbeit hinter den Kulissen eines Maklerbüros tatsächlich steckt. Zunächst müssen sämtliche Unterlagen zusammengetragen werden: der Grundbuchauszug, die Flurkarte, der Energieausweis, bei Eigentumswohnungen zusätzlich die Teilungserklärung und die letzten Protokolle der Eigentümerversammlungen. Frau Ellerbrock ist überrascht, wie viele dieser Dokumente sie selbst gar nicht besitzt und wie routiniert ihr Makler diese bei den zuständigen Ämtern und Verwaltungen anfordert. Parallel dazu entsteht das Exposé, jenes Herzstück der Vermarktung, das aus nüchternen Fakten und aussagekräftigen Fotografien ein Bild des Hauses zeichnet, das potenzielle Käufer überzeugen soll. Viele Makler beauftragen für diesen Schritt professionelle Fotografen oder erstellen virtuelle Rundgänge, weil der erste Eindruck online über das Interesse entscheidet, noch bevor jemand physisch vor der Tür steht.

Mit dem fertigen Exposé beginnt die Phase, die von außen am sichtbarsten ist: die Vermarktung. Das Haus erscheint auf den einschlägigen Immobilienportalen, wird in der Kartei des Maklers mit bereits vorgemerkten Suchenden abgeglichen und häufig auch über soziale Netzwerke oder die eigene Homepage des Büros beworben. Innerhalb weniger Tage, manchmal Stunden, melden sich erste Interessenten. Hier zeigt sich ein Vorteil, den viele Eigentümer erst im laufenden Prozess zu schätzen lernen: Der Makler filtert Anfragen vor, beantwortet Standardfragen, vereinbart Besichtigungstermine und schützt so die Privatsphäre der Verkäufer. Frau Ellerbrock muss nicht selbst mit einem Dutzend fremder Menschen telefonieren oder unangemeldete Besuche über sich ergehen lassen. Stattdessen bündelt der Makler die Besichtigungen, oft an einem oder zwei Terminen, und begleitet die Interessenten persönlich durch das Haus, beantwortet Fragen zur Bausubstanz, zur Nachbarschaft oder zu anstehenden Modernisierungen und sammelt im Anschluss das Feedback.

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: Immobilienmakler beauftragen: Provision, Vertrag und Alternativen.

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Aus diesem Feedback entwickelt sich meist innerhalb weniger Wochen ein konkretes Angebot, manchmal auch mehrere gleichzeitig. Genau hier beginnt die Phase, die viele Eigentümer unterschätzen: die Verhandlung. Ein guter Makler verkauft nicht einfach an den ersten Bieter, sondern prüft, wie belastbar ein Angebot tatsächlich ist. Verfügt der Interessent über eine Finanzierungszusage der Bank, oder handelt es sich um eine vage Absichtserklärung ohne finanzielle Grundlage? Diese Frage ist entscheidend, denn nichts verzögert einen Verkauf so sehr wie ein Käufer, der sich im letzten Moment doch keinen Kredit sichern kann. Der Makler holt daher in der Regel eine Bestätigung der finanzierenden Bank ein, bevor die Verhandlungen in die entscheidende Runde gehen. Auch der Kaufpreis selbst wird in dieser Phase oft noch einmal nachjustiert, sei es wegen eines Gutachtens, das kleinere Mängel aufgedeckt hat, sei es weil sich mehrere Interessenten gegenseitig überbieten. Frau Ellerbrock erlebt in diesen Wochen, wie ihr Makler zwischen den Parteien vermittelt, ohne dabei die Interessen der Verkäuferseite aus dem Blick zu verlieren.

Ist man sich einig, beginnt die Vorbereitung des eigentlichen Vertragsabschlusses, und spätestens jetzt betritt eine weitere Figur die Bühne: der Notar. In Deutschland ist die notarielle Beurkundung beim Immobilienverkauf zwingend vorgeschrieben, weder Käufer noch Verkäufer können darauf verzichten. Der Makler übermittelt dem beauftragten Notariat alle relevanten Informationen und Unterlagen, damit ein Vertragsentwurf erstellt werden kann. Dieser Entwurf geht üblicherweise mindestens zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin an beide Parteien, damit ausreichend Zeit bleibt, Fragen zu klären oder Änderungen anzuregen. Frau Ellerbrock liest den Entwurf gemeinsam mit ihrem Makler durch, der ihr ungewohnte Klauseln erklärt und darauf hinweist, welche Punkte üblich sind und welche einer genaueren Prüfung bedürfen. Am Tag der Beurkundung selbst verliest der Notar den gesamten Vertrag Wort für Wort, beide Seiten können jederzeit Fragen stellen, bevor sie unterschreiben. Von diesem Moment an ist der Verkauf rechtlich bindend, auch wenn das Eigentum formal erst mit der Eintragung im Grundbuch übergeht, was in der Praxis noch einige Wochen dauern kann.

Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: Entrümpelung beauftragen: Kosten und Ablauf bei Haushaltsauflösungen.

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Rückblickend erscheint der gesamte Prozess, den Frau Ellerbrock durchlaufen hat, als eine Kette klar aufeinander aufbauender Schritte: von der ersten Wertermittlung über das möglicherweise notwendige Gutachten, die professionelle Vermarktung, die sorgfältig geführten Besichtigungen und Verhandlungen bis hin zur notariellen Beurkundung. Was zu Beginn wie ein undurchsichtiges Labyrinth aus Behördengängen, Fachbegriffen und Terminen wirkte, entpuppt sich im Rückblick als ein Ablauf, der mit der richtigen Begleitung an Schrecken verliert. Für Eigentümer, die selbst noch nie ein Haus verkauft haben, liegt genau darin der eigentliche Wert eines Maklers: nicht allein in der Vermarktung, sondern in der Erfahrung und Unterstützung während des gesamten Prozesses.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert der gesamte Verkaufsprozess?

Der Verkaufsprozess kann mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, abhängig von der Komplexität des Verkaufs und der Anzahl der Interessenten.

Was kostet ein Makler beim Hausverkauf?

Die Kosten für einen Makler liegen in der Regel zwischen drei und sieben Prozent des Verkaufspreises, abhängig von der Region und den vereinbarten Leistungen.

Ist ein Verkehrswertgutachten notwendig?

Ein Verkehrswertgutachten ist nicht immer notwendig, kann aber bei Erbschaften oder wertvollen Immobilien sinnvoll sein, um einen realistischen Preis zu ermitteln.

Wie finde ich den richtigen Makler?

Recherchieren Sie online, lesen Sie Bewertungen und fragen Sie Freunde oder Bekannte nach Empfehlungen, um den passenden Makler für Ihren Verkauf zu finden.

Was passiert beim Notartermin?

Beim Notartermin wird der Kaufvertrag verlesen und von beiden Parteien unterschrieben. Der Notar sorgt dafür, dass alle rechtlichen Aspekte eingehalten werden.

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